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Nach groben Schätzungen ist ein großer Teil aller deutschen GmbH entweder zahlungsunfähig oder überschuldet oder beides.

Häufig ist eine GmbH immer wieder zahlungsunfähig, ohne daß die Geschäftsführung auch nur eine Sekunde daran denken würde, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Das liegt daran, daß die Zahlungsunfähigkeit nach deren Eintritt im Wege des normalen Geschäftsverkehrs (sozusagen "automatisch") immer wieder geheilt wird.

14(1)Diese Heilung tritt dann ein wenn aus "Zahlungsunfähigkeit" plötzlich wieder "Zahlungsfähigkeit" wird, -beispielsweise dann wenn ein Schuldner Geld an die Gesellschaft zahlt. Dann ist die Zahlungsunfähigkeit zunächst geheilt, -bis eine neue ähnliche Situation eintritt.

Bei Gesellschaften bei denen die Finanzdecke dünn ist , sind diese Abstände zwischen einzelnen Zahlungsunfähigkeiten manchmal so kurz, daß es schwierig ist, eine tatsächliche Heilung festzustellen.

Bedenklich wird die Situation dann, wenn die Zeiträume, in denen auf Geld gewartet wird, immer größer werden.

Was viele Geschäftsführer nicht wissen:

Bei der Beurteilung der Zahlungsunfähigkeit zählt nur die heute vorhandene Liquidität und nicht die zu erwartenden Einnahmen aus bereits geleisteten Verträgen.
Wer als Geschäftsführer nach Eintritt eines sogenannten "Insolvenzereignisses" nicht innerhalb von 3 Wochen beim zuständigen Gericht einen entsprechenden Insolvenzantrag stellt, geht in der Regel zivil- als auch strafrechtlich große Risiken ein.

Die Argumentation, dass unter diesen Voraussetzungen ein großer Teil aller juristischen Personen in Deutschland praktisch ständig zahlungsunfähig ist, ist damit durchaus richtig. Wird eine Gesellschaft (wie vorher erläutert) jedoch nicht wieder zahlungsfähig, dann liegt ein Insolvenzgrund vor. Der Gesetzgeber hat diesen Zeitrahmen, in der die Gesellschaft wieder zahlungsfähig werden soll, mit 21 Tagen festgelegt.

Eine Firma muss immer dann saniert werden, wenn ein spürbarer Teil der täglichen Arbeitszeit damit verwendet werden muss, Probleme der Vergangenheit zu lösen. Ab diesem Zeitpunkt dreht sich die endlose Spirale der Problematiken immer weiter und externe Hilfe ist praktisch unverzichtbar.

Eine Alternative zur zusätzlichen Zuführung von Kapital (beispielsweise durch Kreditaufnahme oder durch eine Investition) ist in so einem Fall auch das Herbeiführen von Zahlungsvergleichen.

 

Aktualisiert (Freitag, den 31. Juli 2009 um 08:32 Uhr)

 
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